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Foto-Blog über Hunde, Kommunikation & Erziehung
(C) www.hildesheimer-allgemeine.de

Schade

Wieder ein gefundenes Fressen für die Medien? Ist der/die Halter eben einfach selbst schuld? Oder handelt es sich vielleicht doch wieder Mal um einen durchgeknallten Kampfhund? Woraus dann endlich resultieren muss, dass Kampfhunde alle verboten, getötet und einfach weg gehören?

Wir haben alle keine wirkliche Ahnung von dem Fall und was genau passiert ist, außer die Menschen, die dabei waren (und der Hund … Anm. d. Red.)  und die sind bekanntlich tot. (mittlerweile der Hund auch … Anm. d. Red.)

Wie geht man jetzt also mit dem Fall um? Die Öffentlichkeit teilt sich in zwei Lager und geht kämpferisch aufeinander los, zumindest hier im Netz. Die Behörden zucken im Moment noch ratlos die Schultern. Tierschutzorganisationen und sogar Privatleute woll(t)en den Hund sofort aufnehmen und ihn retten. Kurz, jeder überschlägt sich emotional und befindet sich in einem Reaktionsrausch und sei es nur in Form von einer gestarteten Petition „Rettet Chico“.

Letztendlich tragen nun drei Lebewesen die Konsequenzen, die beiden Besitzer und Chico selbst. Aber wie sagt man so schön „hätte, hätte Fahrradkette“. Jetzt ist es wieder einmal passiert und alle stehen mehr oder weniger ratlos oder kopflos vor den Konsequenzen.

Ein Hund ist ein Lebewesen mit individueller Persönlichkeit.

Das fängt z.B. schon am Ort des Geschehens an. Wie hat Chico seine Bezugspersonen getötet? Hat er sie einfach „nur“ mit einem Biss in den Hals umgebracht und es gut sein lassen. Oder hat er ihnen das Gesicht zerbissen und/oder sie förmlich zerfetzt? Hat er nach dem Tod der Menschen weiter zugebissen?

Wie war er drauf als die ersten Beamten eintrafen, hat er sich fangen lassen oder war er noch im Rausch und hat auch sie attackieren wollen? Das gäbe Aufschluss über seine emotionale Lage zu dem Zeitpunkt und letztendlich auch Rückschlüsse auf seine Persönlichkeit.

Chico hat erfahren, dass er Menschen töten kann und er hat für sich so eine Konfliktlösung erarbeitet. Das klingt erst Mal furchtbar sachlich, wenn es um den Tod von Menschen geht. Letztendlich ist es aber genau das was er aus dieser Situation mitnimmt.

Hier hat ein Hund zwei Menschen getötet und nicht nur irgendwelche Menschen sondern seine Bezugspersonen. Auch hat Chico schon an anderer Stelle Aggressionspotential gezeigt. Gibt es also mehr Gründe eine Situation ernst zu nehmen? Ich glaube NEIN!

Und ja, es gibt Hunde, denen man nicht helfen kann. Hunde, die so verkorkst sind oder auch prinzipiell so veranlagt sind auszurasten und so eine dauerhafte Gefahr darstellen. Doch das sind Ausnahmen, seltene Ausnahmen, dennoch gibt es diese Hunde tatsächlich auch wenn die Allgemeinheit lieber hört: „kein Hund wird böse geboren“.

Beitrag: von Illona Schippers 2018
Der Beitrag wurde von der Redaktion gekürzt.

Chico wurde am 16.04.2018 eingeschläfert.